Tief in dieser Nacht sitz ich hier und schreibe diesen freien Text. Manchmal gelingen mir gute Texte. Ich sag mir, was raus muss, muss raus.

Im Juli diesen Jahres ist es 10 Jahre her dass mir meine Dimitra gestorben ist. Meine grosse Liebe. Zum einen Drittel war sie ein kleines Kind, zum zweiten Drittel war sie eine rebellierende Jugendliche, und zum dritten Drittel war sie eine erhabene, schöne Frau. Sie war 15 Jahre jünger als ich. Sie wurde nur 37 Jahre alt. Sie war und bleibt mir mein zu Hause.

In der heutigen Zeit, mit der Coronakrise, geht es auch um Leben und Tod, um Leid, und auch um Rettung und Heilung. Dies zeigt uns Menschen unsere Vergänglichkeit und unsere Verletzlichkeit, und unsere Zerbrechlichkeit, aber auch unsere menschliche Stärke und Größe. In jedem Augenblick kann das Schlimmste passieren, kann das Leben, Dein Leben, wie auch mein Leben, zu Ende sein. Jeder Tag kann der letzte sein.

Oft ist es ja auch das ganz Existenzielle, die Not und Schmerz und Tod, das uns klein und demütig werden lässt.

Meine persönliche Sehnsucht ist ein Paradies der Liebe und der Vernunft. Niemals mehr etwas Schlechtes, niemals mehr ein Gegeneinander.

Es gibt Gefühle und Stimmungen in uns Menschen, die eher ungewöhnlich und ganz besonders sein können. Im Grunde, denke ich, ist der Mensch ein spirituelles Wesen. Die Unendlichkeit wohnt tief im Innersten, und gleichermassen draussen im Universum. Auch gibt es Erfahrungen, Beweggründe, Motive und Inhalte, die anders sind, die uns zeigen : Es kann alles auch ganz anders sein.

Der Mensch ist für die Ewigkeit bestimmt, obwohl er mangelhaft ist, eingeschränkt, unvollkommen, voller Fehler und Schwächen, in seinem Leben voller Höhen und Tiefen. Es deutet, für mein Empfinden, vieles darauf hin, dass es eine andere Existenz gibt.

Niemals gibt es eine absolute Wahrheit, niemals gibt es eine Diktatur, niemals muss sich der Mensch einem Absolutismus unterwerfen. Das Leben im Allgemeinen, und das menschliche Leben im Besonderen, will sich immer weiter entwickeln, will wachsen, sich vermehren und verbessern. Das ist für mich das Naturgesetz der Evolution.

Ich arbeite jeden Tag an mir selbst. Ich will besser fühlen und denken lernen, besser mich verhalten und besser handeln lernen, etwas besseres tun lernen. In diesem Lernmodus lebe ich schon viele, viele Jahre. Nach all den leidvollen Jahren mit meiner Erkrankung, geht es mir nun viel besser.

Liebe Grüße von Euerem Jürgen Nöding !

Bis baldi ! Bleiben wir uns treu !